Das Jahr der Dekadenmitte neigt sich seinem Ende zu.
2025, das Jahr der Dekadenmitte, geht heute zu Ende. Die Fünferjahre einer Dekade lassen deren Sinn erstmals in aller Deutlichkeit hervortreten: Was war, war anders, war aber auch kein Zufall, Entwicklungen werden erkennbar: Thema, Tendenzen, Gestalt und Idendität von Zeitqualität sind als Umgangsgröße von etwas Neuem erfahrbar geworden. Dieses Erkennen befördert zum einen die Dynamik dieser spezifischen Ereignislinien, wirkt aber gleichzeitig auch als Scharnier für Driftbewegungen: Themenveränderungen, Variationen des neu sich Zeigenden, werden einem aufgezwungen, sind dadurch aber auch erwartbar. Mit ihnen soll nunmehr auf der eigenen, persönlichen Ebene umgegangen werden. Dabei ist ein Eingreifen in den Zeitlauf möglich, mehr als zuvor. Und darin ist das Jahr der Dekadenmitte stets eine magische Zeit.
Bei mir persönlich und in meiner familiären Abstammungslinie hat die Jahresendzahl 5 stets deutlich Spuren hinterlassen:
2025
Start dieser Blog-Site"The Polzer Tree" unter der Domain polzer.org auf der Ghost-Plattform.
Große Schwierigkeiten, mit der um sich greifenden Zerstörungs-Unkultur des Herniederreißens und mit dem bislang heraufgezogenen Totalitarismus umzugehen.
Alles ist das Gegenteil des Vorgeblichen, Inversion auf allen Ebenen; Multidimensionalität einer Groß-Krise ungeahnten Ausmaßes mit einer Kernspaltung der Gesellschaft. 80 Jahre Kriegsende des Zweiten Weltkriegs. Neues K-Dreieck der Funktionseliten: Korona, Klima, Krieg. Die Schürenden.
Die erste Ehefrau meines Vaters Erhard Polzer (1926 - 1999), Helga Melitzky, starb.
2015
Start der Audio-Podcast-Reihen "Kinogong und Platzanweiser",
später "akiwiwa – als Kino wichtig war".
Seltsame Veränderungen wahrnehmbar beim gesunden Menschenverstand allenthalben. Das wird Folgen haben.
Beruflicher Wechsel in Digitalprojekte bei Broadcastern und Telekom-Unternehmen.
Reise nach Thailand.
2005
Start des Globians Doc Fest Dokumentarfilm Festival-Projektes als Kurator.
Globalisierung war 2005 noch ein Aufklärungsprojekt und Verständniswunsch zum Verstehen des Anderen. Rezeptionszeit des Fein-Sinnigen (siehe Astrologie).
Start des Forschungsprojektes an der FAMU in Prag, 60 Jahre nach Kriegsende.
Meine Großmutter, Maria Theresia Hlavatschka, geb. Bobek, starb kurz vor ihrem 96. Geburtstag.

1995
Start von publizistischen, auch verlegerischen Tätigkeiten in Radio, Print, Internet.
Abschluss des Studiums der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Freien Universität Berlin mit dem MA, Nebenfächer: Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut und am John-F.-Kennedy-Institut sowie Religionswissenschaft am Paul-Tillich-Institut. 50 Jahre nach 1945.
Die Geburt eines neuen Mediums als kultureller Aufbruch, Netz-Neugier noch überall, aber auch noch ahnungslos vom Ende her, als alle und alles kontrollierendes und steuerndes Herrschaftsinstrument. Plattformökonomie statt Monaden.
1985
Start von filmischen und fotografischen Projekten, erster Kurzfilm in Super-16-mm.
In Berlin: letzte Kriegsruinen am Kurfürstendamm. Kriegsende vor 40 Jahren.
Perspektivenwechsel von den Tätigkeiten in der Werbebranche auf studienvorbereitende Interessen, Aufnahme eines informellen studium generale.
Erster Umgang mit einer artifiziell entfachten, weltweiten, geschürten und durch vermeintlich authorative Medizinexperten angst-gesteuerten Hyper-Hysterie unter dem Banner einer "Pandemie" und den Lehren, die daraus zu ziehen waren, für alle Zeiten: Was ist ein Virus und was war AIDS?

1975
Nicht mehr Kind, noch kein Erwachsener: Pubertät in den 1970ern.
Spannende Zeit zum Erwachsenwerden in einer fruchtbaren Dekade.
Überall tauchen neue Meisterwerke der Filmkunst, des Theaters und in der aktuellen Popularmusik auf; ich war überzeugt, das bliebe jetzt so.
Ein Gefühl in absolut kulturellen Hoch-Zeiten der Fülle zu leben, alles sehr anregend.
Das erste Jahr ohne den Großvater Adolf Hlavatschka, der 1974 starb.
1965
Die Welt da draußen im Alter von drei Jahren: die grandiosen 1960er-Jahre als Imprägnation, als Imprägnatur empfangen: Klänge, Töne, Musik, Radio, Fernsehton als Wohnungs-Wolke, Stimmen. Eine Welt und die Gesellschaft in Veränderung konnte nur noch besser werden. Alles im Aufbruch; große Veränderungen der Alltagskultur stehen weiterhin bevor, spürbar, alles sehr aufregend.
Kriegsende vor 20 Jahren, kaum noch Kriegsruinen in Stuttgart.
1955
Die Familie findet und erfindet sich neu in Stuttgart.
Tod des Großvaters und Fotografenmeisters Karl Polzer, 70 Jahre her.
Kriegsende vor 10 Jahren.
1945
Kriegsende, große Fluchtbewegungen, Vertreibungen,
gewaltsame Beendigung der NS-Tyrannei, Befreiung.
Staatliche und gesellschaftliche Neustarts im großen Stil.
Änderung der Weltordnung, Blockbildung, Schisma.
80 Jahre Atombombe.
80 Jahre United Nations.
Tod der Urgroßmutter Johanna Bobek, geborene Weiß.
1940
kein Fünferjahr, aber das Todesjahr meines Urgroßvaters, Cyrill Bobek,
vor 85 Jahren.


Maria Theresia Hlavatschka, geb. Bobek (jew. links, 1909 - 2005), meine Großmutter, zusammen mit ihrer Tochter und meiner Mutter Herta (*1941), Eislingen an der Fils, Terrasse der Werkswohnung, ca. 1961, Quelle: Familienarchiv Joachim Polzer
Am Silvestertag eines jeden Jahres gab es seit 2010 von mir eine Liste mit Namen von mir relevant erscheinenden Verstorbenen des nunmehr jeweils abgelaufenen Kalenderjahres unter dem Titel "Abgänge und Verabschiedungen", mit Namensnennungen insbesondere aus dem Film- und Kulturbereich.
Die bisherigen Listen der Jahre von 2010 bis 2024 finden sich im Vorgänger-Blog "Digitale Dämmerung" unter dem nachfolgenden Link:
https://duskofdigital.wordpress.com/tag/abgange-und-verabschiedungen/
Die aktuelle Liste für 2025 soll am Anfang des neuen Jahres folgen, in einigen Tagen also, mit Muße ausgewählt aus rund 1.800 Erinnerungsfotos zum Thema, erstmals hier im Blog.
Der Rückblick auf ausgewählte Filmwerke des ersten Festivaljahrgangs des Globians Doc Fest 2005 unter dem Täg der "20-Jahre-Regel" wird von mir in der ersten Jahreshäfte 2026 weiter forgesetzt werden, so meine Absicht, bis ab August 2026 der Wechsel in die zweite Spielzeit des Festivals von 2006 dann stattfinden soll.
Insofern wünsche ich allen Blogartikel-Lesern und Email-Subskribenten heute einen Guten Rutsch nach 2026!
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